03.12.2009
Gebloggt von Böttcher & Fischer

Zum Nachhören: Advent im Raum Döbeln - die wahre Geschichte

… eingeschickt von Bernd Ensminger aus Leipzig

(eventuelle Ähnlichkeiten zu ähnlichen Geschichten sind wahrscheinlich möglich)

 

Sonntag, 1. Advent 10.00 Uhr:

In der Reihenhaussiedlung Ebereschenweg lässt sich der Rentner Harry Werner durch seinen Enkel Norbert 3 Elektrokerzen auf der Fensterbank seines Wohnzimmers installieren. Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus, die Freude ist groß.

 

10.14 Uhr:

Beim Entleeren des Mülleimers beobachtet Nachbar Willi Täschner die provokante Weihnachtsoffensive im Nebenhaus und kontert umgehend mit der Aufstellung des 10 armigen dänischen Kerzensets zu je 15 Watt im Küchenfenster. Stunden später erstrahlt die gesamte Siedlung Ebereschenweg im besinnlichen Glanz von 134 Fensterdekorationen.

 

19.03 Uhr:

Im 14 km entfernten Kohlekraftwerk Zschaitz-Ottewig registriert der wachhabende Ingenieur einen vermeintlichen Defekt der Strommessgeräte für den Bereich Döbeln-Ost, ist aber zunächst arglos.

 

20.17 Uhr:

Den Eheleuten Lukas gelingt der Anschluss einer Kettenschaltung von 96 Halogen-Filmleuchten durch sämtliche Bäume ihres Obstgartens ans Drehstromnetz. Teile der heimischen Vogelwelt beginnen verwirrt mit den Nestbau.

 

20.58 Uhr:

Der Radiomoderator Thomas Böttcher sieht sich genötigt, seinerseits einen Teil zur vorweihnachtlichen Stimmung beizutragen und montiert auf dem Flachdach seines Bungalows das Laser-Ensemble „Metropolis“, das zu den leistungsstärksten Europas zählt. Die 40-Meter-Fassade eines angrenzenden Getreidesilos hält dem Dauerfeuer der Nikolausprojektion mehrere Minuten stand, bevor sie mit einem hässlichen Geräusch zusammenbricht.

 

21.30 Uhr:

Im Trubel einer Advent-Club-Feier im Kohlekraftwerk Zschaitz-Ottewig verhallt das Alarmsignal aus Generatorhalle 5 ungehört.

 

21.50 Uhr:

Der 85jährige Kriegsveteran Opa Unger zaubert mit 190 Flakscheinwerfern des Typs Varta Volkssturm den Stern von Bethlehem an die tief hängende Wolkendecke.

 

22.12 Uhr:

Eine Gruppe asiatischer Geschäftsleute mit leichten Gepäck und sommerlicher Kleidung irrt verängstigt durch die Siedlung Ebereschenweg, nachdem zuvor ihre Boeing 747 der Singapur Airlines mit dem Ziel Sydney versehentlich auf der mit 3000 bunten Neonröhren gepflasterten Zufahrt zu Grohmann Siggis Getränkestützpunkt niedergegangen ist.

 

22.37 Uhr:

Die NASA-Raumsonde Voyager 7 funkt vom Rande der Milchstraße Bilder einer angeblichen Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel. Die Experten in Houston sind ratlos.

 

22:50 Uhr:

Ein leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Kohlekraftwerkes Zschaitz-Ottewig, der gesamte Komplex mit seinen 30 Turbinen läuft mit 350 Megawatt brüllend jenseits der Belastungsgrenze.

 

23.06 Uhr:

In der taghell erleuchteten Siedlung Ebereschenweg erwacht die Studentin Bettina U. und freut sich irrtümlich über den sonnigen Dezembermorgen. Um genau 23.12 betätigt sie den Schalter ihrer Kaffeemaschine.

 

23.12 Uhr und 14 Sekunden:

In die plötzliche Dunkelheit des gesamten Landkreises Döbeln bricht die Explosion des Kohlekraftwerkes Zschaitz-Ottewig wie Donnerhall. Durch die stockfinsteren Ortschaften irren verwirrte Menschen. Menschen wie du und ich, denen eine Kerze auf dem Adventskranz nicht genug war.

 

(vgl. auch CD “Stenkelfeld Die Dritte”)

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 3. Dezember 2009 um 09:25 Uhr veröffentlicht und wurde unter Böttcher & Fischer abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

15 Kommentare

  1. Di

    Dankeschön, ich lieg flach vor lachen. Frohes Fest. :-)

  2. Labinsky Christian

    Nachdem ich es am heutigen Morgen geschafft hatte mein Fahrzeug am Straßenrand zum Stillstand zu bringen, um mir mit einem Paket Tempos die Lachtränen aus den Augen zu wischen um zu erkennen, dass ich den vermeintlichen Nahverkehrsbus der Line 72 im morgentlichen durcheinander der Chemnitzer Innenstadt vor Lachen doch nicht gerammt hatte, schaute mich meine kleine 8-jährige Tochter auf dem Beifahrersitz verdutzt an und antwortete, ich würde auch mal darüber lachen aber ich verstehe das alles noch nicht, was mich spontan dazu nötigte den nächsten innerstädtischen Baum aufzusuchen um die nachfolgende Fargestellung meiner kleinen Tochter zu vermeiden, warum denn meine Hose naß ist…. Macht weiter so ihr seid einmalig

  3. Pius

    Einfach klasse die Geschichte! Gibt es den Sendungsausschnitt auch als Download? Das wäre klasse.

    Danke für das unterhaltsamme Programm und macht weiter so…

  4. Marita

    Ja ja mein Schatz, so isser, schreibt einfach mal so abends die Geschichte um. Hat er aber gut gemacht oder???

  5. Kathrin

    Absolut der Hammer.War heut morgen auf dem weg zurArbeit.habe mir vor lachen fast in die Hosen Gepieselt.Eifach Klasse.Bitte ,bitte gebt das Ding zum runterladen oder ausdrucken frei.

  6. Ralph

    Ganz großes Kino, wie Böttcher immer sagt ! Eine klasse Geschichte! Auf sowas muß man erstmal kommen. Der Autor ist sicher viel alleene, siehe oben ! Als Download bereitstellen, bitte, bitte, bitte !
    Macht weiter so !!!!!
    Grüße aus dem Weihnachtsland Erzgebirge

  7. Mathias

    Ich möchte mich den anderen Kommentaren anschliessen. Das Ding ist absolute Spitze. Habe fast flach gelegen vor lachen. Macht weiter so!!!Höre Euch immer, wenn es die Zeit erlaubt….

  8. Wolfram

    Hallo,
    Nach dem ich herzhaft ab gelacht habe.lache jetzt noch beim schreiben…einfach Klasse ,macht weiter so
    Das war Spitze,…das springen lasse ich mal wegen Gewichtprobleme,Aber in Polleben steht ein Haus zu
    Weihnachtzeiten immer.da ist Fischer Haus -Nacht-.soviel Lichter gibt es nicht.Der spart bestimmt das ganze Jahr um seine Stromrechnung zu bezahlen oder ein eigenen illegalem Atommeiler

  9. Paul

    Gibt es den Sendungsausschnitt auch als Download?
    Das wäre klasse!
    Das wäre der Hammer!
    Ihr seit Super.
    Gruß Paul aus P. an der E.
    PS: Ich höre Eure Sendung von 5 bis 10 und kann in dieder Zeit nicht aus dem LKW gehn.

  10. Pius

    Ist zwar nicht zum downloaden aber aber man kann es sich nochmal anhören. Vielen Dank für den Spaß.

    @Marita
    Ja das hat er wirklich toll gemacht. Ich freue mich schon auf die eventuell nächste Geschichte :)

  11. Joschy

    Ihr seid doch nie rehne, bin grad von der Nachtschicht heem total Müde und musste den Müll anhören und sch… ich war wieder munter. wer kann schon schlafen mit nen krampf im bauch. ha.ha. (au) ha!

  12. Andreas Ploch

    Der Original-Text stammt aus einer der “Stenkelfeld”-CD’s: Stenkelfeld, Die Dritte - “Weihnachtsbeleuchtung”. Als alter Stenkelfeld -Fan war ich natürlich sofort hellhörig - Stenkelfeld bei R.SA?

    Ich fand’s fantastisch, dass es auch in Sachsen Stenkelfeld-Liebhaber gibt - natürlich auch umso mehr, dass ein Hörer eine sächsische Version daraus machte und Ihr dass dann auch noch vorgetragen habt.
    Ich weiß’ schon, warum man R.SA hören sollte !

    Macht einfach weiter so!

  13. Klaus

    Das ding ist von Phantastich bis absolut genial,lache noch bei`m schreiben. Aber die kommentare haben es auch in sich.Danke an alle beteiligten (macher u. kommentatoren)für den amüsanten Start in den heutigen Tag.Ich wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest und `nen guten rutsch in`s neue.
    Auch von mir: macht weiter solche Dinger.

  14. kai

    einfach der hammer das kann man einfach nicht toppen.

  15. Utz Böhme

    Ich finde diese Geschichte sehr heiter, würde aber gern einmal das Original sehen…

    Böttcher und Fischer, ihr seid die Besten


Kommentar schreiben

Spam Protection by WP-SpamFree